Person/Leben (Familie, Werdegang und Film)


Ludwig Leichhardt zählt zu den bekanntesten Deutschen in Australien. Seine Popularität verdankt er seiner unermüdlichen wissenschaftlichen Arbeiten und seines unerschrockenen Forscherdrangs, die ihm den Beinamen „Humboldt Australiens" einbrachten.

Am 23. Oktober 1813 kam er als sechstes Kind des Torfinspektors Hyronimus Leichhardt in Sabrodt/ Trebatsch am Schwielochsee zur Welt.

Im Alter von sieben Jahren besuchte Ludwig Leichhardt die hiesige Dorfschule und im Jahre 1826 erhielt er vom Pastor Rödelius aus Zaue zusätzlich Unterricht (Anfänge in Latein, Griechisch und den Naturwissenschaften). Dieser dauerte drei Jahre und diente zur Vorbereitung um das Cottbuser Gymnasium zu besuchen. (1820-29)

1829 besuchte L. Leichhardt das Gymnasium Cottbus und wohnte in dieser Zeit bei seinem Schwager Friedrich August Schmalfuß, dem Musik- und Zeichenlehrer. In diesen drei Jahren entwickelte er erste Vorstellungen von einem späteren Forscherleben. (1829-31)

Mit 18 Jahren studierte Leichhardt bis 1833 in Berlin Geografie, Philologie, Sternkunde und Anthropologie. Danach verlegte er seinen Studienort nach Göttingen, um das Studium der Naturwissenschaften zu belegen und lernte gleichzeitig seinen englischen Studienfreund William Nicholson kennen. (1833 - 34)

1834 setzte Leichhardt seine Ausbildung in Berlin fort und studierte an der philosophischen Fakultät. Zwei Jahre darauf begab sich Leichhardt unter der Leitung des Göttinger Geologiedozenten, nach Goethes und Heines Vorbild, auf eine Harzreise.

Im Jahre 1837 brach Leichhardt sein Studium ab ohne einen Abschluss erworben zu haben und besucht ein letztes Mal seinen Heimatort Trebatsch. Im selben Jahr erfolgt die Überfahrt nach England mit seinem Studienfreund William Nicholson. Dort unternimmt Leichhardt vor allem Reisen in die Umgebung Londons und lernt das Land kennen.

1838 begibt sich Ludwig Leichhardt auf eine Studienreise nach Frankreich, um in Paris seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse im Botanischen Garten zu erweitern. Zwei Jahre darauf wird er aufgefordert, sich zum Militärdienst in Preußen einzufinden.

Noch im selben Jahr unternimmt er mit Nicholson eine Exkursion durch Frankreich, Italien und die Alpen bis ans Mittelmeer. Als er zurückkehrt plant er seine Exkursion nach Neuholland zunächst gemeinsam mit Nicholson. (1840-41)

1841 entwickelt Ludwig Leichhardt seine Reisepläne nach Australien weiter, muss jedoch auf die Zusage Nicholsons verzichten, der in England verbleibt. Am 1. Oktober 1841 verabschiedet er sich von William Nicholson und fährt als Passagier auf dem Segelschiff „Sir Edward Paget" nach Australien. Ein Jahr später, im Februar 1842, erreicht L. Leichhardt den Kontinent Australien.

In den Jahren 1844 und 1845 erfolgt die erste Expedition durch den unerforschten Nordteil Australiens (von Brisbane nach Arnhem- Land). Bereits bei dieser Expedition galt er zum ersten Mal vermisst und brachte die ersten Ehrungen nach Sydney.

1846 wurden seine Reisetagebücher veröffentlicht und er startete seine zweite Expedition in das Innere Australiens von Ost nach West. Jedoch verläuft die zweite Expedition nicht wie geplant und nach unendlichen Strapazen entschließt sich L. Leichhardt die Expedition 1847 abzubrechen.

Ende 1847 startete er eine Wiederholung seiner gescheiterten Entdeckungsreise, im darauffolgenden Jahr am 3. April folgte der letzte Brief von L. Leichhardt an einen Bekannten in Sydney. Es war das letzte Lebenszeichen des Expeditionsteams, seitdem fehlt jede Spur und er gilt als verschollen.

Ab 1851 wurden mehrere Versuche unternommen, sein Expeditionsteam zu finden, jedoch ohne Erfolg.

Leichhardts Tod bleibt ungeklärt und ist seitdem ein Mythos.